Darmstädter Echo über Tag & Nacht
[22.01.2012]
Noch sieht es in den Räumen des brachen Industriegeländes an der Mornewegstraße wüst aus, Holzleisten fliegen nebst leeren Bionade- und Bierflaschen auf dem Boden rum, im Hintergrund schallt aus Boxen die Stimme von US-Rapper Kayne West. Aber schon Anfang Februar soll auf einer Fläche von gut 180 Quadratmetern ein modernes Tonstudio samt Proberäumen in Betrieb genommen werden.
Die Musiker der befreundeten Bands "Wortblind" und "Sound Section" - zusammen immerhin 15 Köpfe - hatten keine Lust mehr, provisorisch in einem betonierten Kellergewölbe unterzukommen. Oder, wie zuletzt in ihrer Bleibe am Donnersbergring, wegen Eigenbedarf vom Mieter gekündigt zu werden. "Bei solchen Voraussetzungen bleibt wenig Zeit für kreative Arbeit", sagt "Wortblind"-Sänger Stephan Zimmermann. Die Studenten recherchierten und wurden im Bahnhofsviertel fündig. Rund 15.000 Euro haben alle gemeinsam in den Ausbau der angemieteten Immobilie investiert - eine Summe, die signalisiert, dass die Ambitionen höher gesteckt sind: "Von einem Hobby zu sprechen, trifft es immer weniger, was wir hier machen. Wir haben uns entschieden, das Wagnis einzugehen und Geld in die Hand zu nehmen. Da es von vielen Schultern getragen wird, hält sich das Risiko für den Einzelnen in Grenzen", erklärt Schlagzeuger Patrick Zehner.
Kennen tun sich die ehemaligen Schüler des Justus-Liebig-Gymnasiums schon seit Kindertagen, 2007 gründeten sie "Wortblind": "Deutschsprachiger Rap mit einer kräftigen Portion Rock", erklärt Zimmermann kurz und bündig den Stil ihrer Musik. "Sound Section" sei mit seinem Bläserchor als Big Band angelegt, fügt der Vierundzwanzigjährige hinzu.
Seit gut vier Wochen sind die Jungs in wechselnder Besetzung mit den Bauarbeiten beschäftigt, Wände wurden gezogen und mit Füllmaterial akustisch gut abgedichtet, Styroporplatten auf dem Boden verlegt. Eine handwerkliche Ausbildung hat keiner von ihnen. Sie nehmen die Sache selbst in die Hand und greifen nur auf Hilfe zurück, wenn es nötig ist. "Es ist toll zu sehen, wie es weitergeht. Aber nach vier Wochen harter Bauarbeit tut auch mal der Rücken weh", sagt der "Wortblind"-Schlagzeuger mit einem Lachen.
Den an der Fläche gemessen größten Raum werden sich die beiden Bands für Proben teilen, das einen Raum weiter geplante Tonstudio mache auch kurzfristige Mitschnitte möglich.
Die verbliebenen zwei Räume werden an interessierte Musiker in der Region vermietet. "Proberäume in Darmstadt sind rar. Häufig ist eine Nutzung nur stundenweise möglich, das heißt, Du musst deinen ganzen Kram permanent hin- und hertragen", sagt Zimmermann aus eigener Erfahrung. Bei ihnen sei ein Betrieb sieben Tage die Woche rund um die Uhr möglich, denn das Gelände sei so weit abgelegen, das es niemanden störe. "Die Bands können ihr Equipment dauerhaft in den Räumen lagern und sich untereinander über einen Online-Kalender selbst verwalten, wann sie üben möchten."
Die Mieter werden an den Haltungskosten der Räume beteiligt, nach erster Kalkulation geht Zehner von rund 200 Euro im Monat aus. Mit eigenem Tonstudio ausgestattet, bekommt das von "Wortblind" ins Leben gerufene Musiklabel Dyslexie-Records neue Impulse: "Wir lernen weitere Bands kennen und vernetzen uns mit ihnen", schwärmt Zimmermann, der an der Hochschule Darmstadt zurzeit seinen Master in Media Direction anstrebt. Gerade bei jüngeren und unerfahreneren Bands könne er sich vorstellen, für sie das Booking, die Produktion und den Vertrieb von Tonaufnahmen quasi als Service zu übernehmen - und so auch irgendwann von der Arbeit im Studio zu leben.
Quelle: Darmstädter Echo
Darmstädter Echo - 14.06.2011
[14.06.2011]
Weiterstädter Wochenkurier und Darmstädter Echo über das Finale von Hessen Rockt
[16.04.2010]

Weiterstädter Wochenkurier 15.04.2010
Darmstädter Echo 13.04.2010
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Darmstädter Echo - Bergstraße 29.03.2010
[16.04.2010]
Weiterstädter Wochenkurier 01.04.2010
[16.04.2010]
Bericht aus der Frankfurter Rundschau am 29.03.2010
[13.04.2010]
Bericht aus dem Weiterstädter Wochenkurier am 21.01.2010
[21.01.2010]
Bericht aus der Frankfurter Rundschau am 18.01.2010
[21.01.2010]
Bericht über das Vorrundenkonzert von Hessen Rockt auf www.rockt.tv
[15.02.2010]
Was für eine Nacht. Das hat das Steinbruch Theater noch nie gesehen: Junge Leute, die alte Musik mit Disco kombinieren. Alte Leute, die frische und junge Musik spielen. Und gestoppte voll ist der Laden auch noch. Mehr als 400 Menschen drängen sich am Freitag Abend zum zweiten Hessen Rockt-Vorrundenkonzert im kleinen Club in Mühltal bei Darmstadt.Gewonnen hat: Die Sound Section aus Darmstadt. Ein kleines bisschen Heimvorteil. Ein großes bisschen grandiose Vorstellung. Froh können sie sein, dass die Bühne nicht unter ihnen zusammen gebrochen ist. So wie die acht Musiker, ein Sänger und zwei Sängerinnen darauf herum gewirbelt sind. Und ganz lässig Krawall & Remmidemmi mit Proud Mary kombiniert haben.
Aber Kompliment auch an die drei anderen Bands. Straitus Quo eröffnen schwungvoll, schütteln die müden Knochen der Besucher ordentlich durch. Den Abschluss machen Coleslaw. Gewohnt souverrän bringen sie den Laden nochmal ordentlich zum kochen. Dazwischen die jungen BauHelms, die ganz sicher eine große Zukunft haben. Was soll man sagen? Eine große Nacht.
George Grodensky
Lokale Zeitung 01.2010
[15.02.2010]









